Nächste Termine:

Samstag, 25.02.2012
2. Distriktkonferenz
Dienstag, 06.03.2012
Produktion von Werbespots
Dienstag, 13.03.2012
Lobbyismus im Holzhandel
Donnerstag, 22.03.2012
Weinverkostung
Dienstag, 27.03.2012
Literaturabend
Dienstag, 10.04.2012
BMW Werkführung
Dienstag, 24.04.2012
Chinesische Medizin
Samstag, 12.05.2012
Zoo-Kinder-Aktion

Typisierung im Deutschen Theater

Ein Fingerhut voll Blut kann Leben retten!

DKMS Typisierung

Im Deutschen Theater ging es gestern um Existenzielles: Um Leben und Sterben, um Solidarität. Nicht im Theater, sondern im wirklichen Leben. Die gemeinnützige Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hatte dort mit Unterstützung des Rotaryclubs zu einer "Typisierungsaktion" eingeladen. Ziel: über Bluttests für eine Krebspatientin, eine junge Frau aus Ketzin, einen passenden Knochenmarkspender zu finden.

Dazu wird Spendenwilligen etwa ein Fingerhut Blut abgenommen, das im Labor auf bestimmte Gewebemerkmale untersucht ("typisiert") wird. Das Ergebnis wird anonym in der DKMS-Datei eingetragen und mit den Daten von Krebskranken abgeglichen. Zwar gibt es bereits über 1,5 Millionen Spender in der Datei, "aber wir brauchen viel mehr", sagte Rainer Göbel, einer der DKMS-Helfer. "Jeder neue Eintrag erhöht für die Kranken die statistische Chance, dass ein passender Spender gefunden wird". Bislang heißt es für etwa jeden fünften Leukämiekranken noch: kein Treffer.

Frühere Aktionen in Berlin hatten Erfolg: Für den dreijährigen kranken Tobias aus Pankow fand sich letztes Jahr unter 3 333 hilfswilligen Berlinern ein passender Spender. "Er geht wieder in den Kindergarten", berichtet Göbel. Spender fanden sich auch für zwei türkische Kinder.

Gestern ließen sich etliche Medizinstudenten aus der Charité Blut entnehmen - in dem Wissen, dass sie eventuell ein paar unangenehme Stunden in Kauf nehmen müssen: Wenn nämlich ein Arzt unter Narkose Knochenmark per Kanüle aus dem Hüftknochen (nicht aus dem Rückenmark, wie die DKMS betont) entnimmt. Manchmal reicht es, dass der Spender seine Blutstammzellen spendet. Dazu wird Blut wird aus einer Armvene abgezapft, die Stammzellen darin werden in einer Maschine separiert und der Großteil des Blutes über die andere Armvene zurückgeführt. Das Spender-Material wird dem Krebspatienten eingespritzt, in dessen Knochenmark es ein neues Immunsystem bildet. Das des Kranken wird zuvor samt der Krebszellen durch Chemotherapie zerstört - eine riskante Operation. "Im Vergleich dazu spielt der Aufwand für mich als Spender keine Rolle", sagt Studentin Alexandra Evertz. Jetzt steht sie in der DKMS-Datei. (tr.)

Informationen für Spendenwillige www.dkms.de
Berliner Zeitung, 10.05.2007